Beschränkung

1995. Ein junger Münchner Student trifft einen jungen Deserteur aus Belgrad. Du magst Filme?, fragt der Student. Der Deserteur nickt. Ok, dann schreibe eine Geschichte über das Leben im Asylcontainer, ich besorge das Geld und das Equipment und wir drehen einen Kurzfilm.
“Alle paar Wochen wird meine Aufenthaltserlaubnis verlängert. Ich kann meine Zukunft nicht planen, deswegen ist sie so bedrohlich. Sie besitzt keinen Boden, ich erwarte ständig einen Sturz in die Ungewissheit.
Die Menschen hier sehen schrecklich aus. Vermutlich, weil sie sich fühlen wie ich. Ich teile das WC mit diesen Menschen. Ich verspüre Ekel. Mich ekelt es, während ich mich auf die WC-Schüssel setze und die anderen Menschen ekeln sich in dem Moment, in dem ich mich auf die WC-Schüssel setze.”

Milbertshofen-Am Hart, Pragerstraße